Die Meerschweinchen Bibliothek

Ernährung


  • Trockenfutter

    Mit Trockenfutter, auch Kraftfutter genannt sollte sehr sparsam umgegangen werden, maximal täglich 3 Eßlöffel pro Tier. Da die Tiere in Verbindung mit zu wenig Bewegung schnell zu Fettleibigkeit neigen Es ist sehr energiehaltig und vom Tier einfach zerbissen und abgeschluckt, nicht jedoch zermahlen wird.

    Kaninchenfutter ( Kaninchenpelletts ) sind weniger geeignet, da es beigemischte Medikamente enthalten kann z.B. Antikokzidiosemittel also Antibiotika die die Darmflora irreparabel schädigen. Es gibt Meerschweinchenzüchter die Kaninchenpelletts mit verwenden. Sie mischen z.B. 1000g Meerschweinchenpelletts und 200g Kaninchenpelletts, weil dadurch die Zusammensetzung der Nährwerte verbessert wird, siehe unten Analyse.

    Beim Trockenfutter sollte es sich um eine vielseitige, leicht verdauliche Pflanzenkost handeln, die darüber hinaus alle lebenswichtigen Nähr- und Vitalstoffe enthalten sollte. Leider gibt es kein Trockenfutter, das eine artgerechte Ernährung der Meerschweinchen bei ausschließlicher Trockenfutterfütterung (ohne zusätzliche Heu- und ohne Saft- und Grünfuttergaben) gewährleisten würde.

    Bei den im Handel angebotenen Fertigfuttermitteln handelt es sich um Mischfuttermittel die aus verschiedenen Komponenten zusammengesetzt und in Form von sog. Buntfutter oder in Form von Pellets erhältlich sind. Mischfutter auf der Basis natürlicher Komponenten beinhaltet in der Regel hauptsächlich Getreidekörner und Getreideflocken, sowie pelletierte Komponenten basierend auf Getreide und Luzerngrünmehl. Sie beinhalten ferner getrocknetes Gemüse, getrocknete Früchte und Nebenprodukte der Backwarenindustrie ( Getreideprodukte, Stärkeprodukte ), die zum Teil grün oder orange eingefärbt sind.

    Buntfutter ist aus folgenden Gründen mit allergrößter Vorsicht und Skepsis zu begegnen:

    1. Dem Käufer wird häufig der Eindruck einer Produktvielfalt vermittelt, d.h. aufgrund der unterschiedlichen Größen, Form und Farbe der Futterbestandteile glaubt er, es handele sich um ein Futter, das aus verschiedenen Rohmaterialien zusammengesetzt sei. Tatsächlich handelt es sich jedochum gleiche Rohwaren, die lediglich unterschiedlich aufbereitet worden sind.

    2. Die chemische Zusammensetzung des Buntfutters entspricht oft nicht dem speziellen Nährstoffbedarf der Meerschweinchen. Die häufigste Mängel ist ein zu geringer Rohfasergehalte. Die rohfaserhaltigen Rohmaterialien sind sehr teure Komponenten, und werden daher oft von den Futtermittelherstellern in zu geringen Mengen beigemischt. DARUM GRUNDSÄTZLICH HEU ZUFÜTTERN. Der Energiegehalt insbesondere aufgrund zu hoher Fett- und Getreideanteile in Buntfutter ist zu hoch.

    Mögliche Folgen eines zu hohen Anteils an Getreide sind:

    1. Verfettung (z.B. Fettmobilisationssyndrom der Meerschweinchen), da die Tiere ihre Futtermenge nicht der im Futter enthaltenen Energiemenge anpassen.

    2. Zu schnelle Sättigung, die folgendes bewirkt: v Verdauungsprobleme, da die Tiere als Dauerfresser auf eine kontinuierliche Nahrungszufuhr angewiesen sind, verminderter Zahnabrieb, der u.U. zur Entstehung sog. Elefantenzähne führt, da die Tiere weniger Zeit mit der Futteraufnahme verbringen, Langeweile und Frustration (verstärkt noch bei Einzelhaltung der Tiere), was dann, um das Beschäftigungsbedürfnis der Tiere zu befriedigen, möglicherweise zur weiteren Futteraufnahme führt und die Problematik weiter verstärkt.

    3. Verhaltensprobleme, wie z.B. Aggressivität infolge des Eiweißüberschusses.

    4. Selektives Fressen, wobei Getreidekörner insbesondere von den Meerschweinchen obendrein noch bevorzugt werden, was dann in einem Teufelskreis endet. Sofern Getreidekörner im Futter enthalten sind, sollten diese nur in gemahlener oder gequetschter Form (Flocken) enthalten sein und darüber hinaus sollte der in ihnen befindliche Mehlkörper durch geeignete Aufschließungsverfahren entfernt worden sein. Vom Getreide sollten ausschließlich die Schale und der Keim gefüttert werden. Andernfalls resultieren erschwerte Verdaulichkeit, Verdauungsprobleme, zu schnelle Sättigung mit weiteren Beeinträchtigungen der Gesundheit.
    5. Fehlerhafte Vitamin- und Mineralstoffgehalte, wie z.B. Vitamin C-Mangel, Vitamin D-Überschuss, Natrium-Mangel oder -überschuss, Calcium-Mangel oder -überschuss.

    PELLETS sind Pelletierte Futtermittel getrocknete, in kleine Röllchen gepresste Futtermittel. Pellets werden in der Regel vornehmlich unter Verwendung von Getreide und verschiedenen Grünmehlen erstellt und beinhalten ferner z.B. Haferschalen (zur Aufwertung des Rohfaseranteils) und Mineralstoff-/Vitaminvormischungen. Mitunter gibt es auch Pellets, die auf der Basis von Grünpflanzen hergestellt werden.

    Die Qualität, der im Handel angebotenen Pellets ist sehr unterschiedlich, sofern für die Herstellung der Pellets zu hohe Getreideanteile verwendet werden, resultieren die gleichen Probleme wie beim Buntfutter. Am besten geeignet sind Pellets, die ausschließlich unter Verwendung von Grünpflanzen erstellt worden sind und deshalb eine geringere Energiedichte aufweisen und kalorienarm sind.
    Allen Pelletsorten gemeinsam ist ein Mangel an strukturierter Rohfaser, d.h. der absolute Gehalt an Rohfaser kommt dem Bedarf der Tiere zwar sehr nahe, jedoch sind die faserigen Anteile zu fein zermahlen, so dass der Bedarf der Tiere als Dickdarmverdauer an langfaseriger Zellulose nicht gedeckt wird. Dem ist aber leicht zu begegnen durch tägliche Heufütterung in unbegrenzter Menge! Je nach Hersteller finden sich gelegentlich - wenngleich auch deutlich seltener als beim Buntfutter - fehlerhafte Mineralstoffgehalte.
    Darum: Packungsangaben beachten.
    Zu bevorzugen sind Futterpellets (geringerer Energiegehalt, ausgewogenere Mineralstoff-/ Vitamingehalte, kein selektives Fressen möglich, keine ganzen Getreidekörner enthalten, besserer Zahnabrieb), und zwar die, die ausschließlich auf der Basis von Grünpflanzen hergestellt worden sind, (z.B. kalorienarm, ganz ohne Getreide, hoher Rohfaseranteil). Wenn die Tiere die Aufnahme von Pellets strikt verweigern und man daher auf Buntfutter nicht verzichten kann, sollte dieses nur sehr zurückhaltend gefüttert werden. Grundsätzlich darf man nur so viel füttern, dass die gesamte Futterration aufgefressen wird. Andernfalls fördert man das selektive Fressen mit nachfolgender Verstärkung der Gesundheitsbeeinträchtigungen. - Sofern die Futterumstellung auf Pellets problematisch ist, empfiehlt sich die Beimengung von Pellets zum Buntfutter in allmählich steigenden Mengen.

    Vorsicht beim Einkauf. Achten sie auf:

    1. Deklaration ( Packungsangaben )
    2. Verfallsdatum
    3. Haltbarkeit der Vitamine
    4. Beschaffenheit der Getreidekörner beim Buntfutter
    5. Schimmelpilz- und Schädlingsbefall (Milben, Motten, Käfer, etc.), Verunreinigungen (Staub, Mäusekot, etc.), schmutzige Beläge auf Futterbestandteilen durch Schimmelpilz- und Hefenbesatz als Folge überlanger und unsachgemäßer Lagerung, sie sind nicht nur für das Tier sondern auch für den Tierhalter schädlich z.B. Allergien durch Futtermilben und Pilze.
    6. WICHTIG: Nicht sinnvoll ist der Kauf großer Packungen ( 20 Kg Säcke ) wenn sie nur 2 bis 6 Tiere haben. Das gleiche gilt auch für den Kauf von loser Ware. In einigen Bestandteilen nimmt der Vitamin gehalt nach 6 - wöchiger Lagerung drastisch ab und der Schimmelpilz- und Schädlingsbefall zu. Kalkulieren sie auch die Lagerzeit beim Händler mit ein.

    [Trockenfutter] sorten mit Zusammensetzung, Inhalts- und Zusatzstoffe.

    Mehr über [Snacks] und Knabberstangen.



    Zurück nach Oben


    Mail an Hibernia Kenneth O`Shaughnessy
    Copyright © 2000 - 2003. by Hibernia. All rights reserved.


  • [Herkunft] [Kauf] [Eine Lanze für die Böcke] [Kinder und Meerschweinchen] [Verhalten] [Haltung] [Pflege] [Ernährung Allgemeines] [Raufutter] [Trockenfutter] [Frischfutter] [Wasser] [Trockenfutter, Inhalts- und Zusatzstoffe] [Snacks und Knabberstangen] [Obst und Gemüse Vatamin-Tabelle] [Obst und Gemüse Saison-Kalender] [Vitamin-Mineralstoff-Tabelle] [ Kleine Kräuterkunde] [Rassen] [Farben und Genetik] [Agoutis, Solid Agoutis und Argentes] [Einfarbigetiere] [Zeichnungstiere] [Literatur] [Krankheiten] [Ausstellungen] [?] [?] [?] [?]